Afrika-Kollegium im Herbst 2026
Die nächste Veranstaltung des Afrika-Kollegiums findet am am 28. Oktober mit der Journalistin und Medientrainerin Judith Raupp als Gast statt. Sie wird über ihre Erfahrungen aus dem Osten der DR Kongo berichten. Sie lebt seit 15 Jahren in der kongolesischen Stadt Goma und hat im Juli ein Buch mit dem Titel „Morgen gehe ich einkaufen, falls der Markt noch steht“ veröffentlicht.
Der Osten der Demokratischen Republik Kongo macht vor allem mit Berichten über Krieg, Gewalt, Armut und Krankheiten Schlagzeilen. Doch der Alltag der Menschen ist vielschichtiger. Die Journalistin Judith Raupp lebt seit 2011 in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu. Aus unmittelbarer Nähe erlebt sie, wie die Bevölkerung unter schwierigen Bedingungen lebt und überlebt.
Ihr Vortrag knüpft an ihr im Sommer erschienenes Buch an und erzählt nicht nur von Krisen, sondern auch von Lebenswillen, Widerstandskraft und gesellschaftlichen Veränderungen.
Die rohstoffreichen Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu sind seit Jahrzehnten Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen. Weite Teile stehen heute unter Kontrolle der von Ruanda unterstützten M23-Miliz, die dort eigene Verwaltungsstrukturen aufgebaut hat. Die Folgen für die Menschen sind gravierend: Banken in den besetzten Gebieten bleiben geschlossen, die Flughäfen in Goma und Bukavu sind außer Betrieb und Waren- und Personenverkehr sind stark eingeschränkt.
Die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage verschärft sich dadurch weiter. Viele Menschen sind auf den informellen Sektor angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Trotz dieser Umstände begegnet Judith Raupp im Alltag bemerkenswerter Zuversicht und Kreativität. Gerade junge Menschen gründen kleine Unternehmen, etwa im Handel, in der IT oder im Lebensmittelbereich. Zugleich wächst der Wunsch nach politischer Mitsprache und demokratischen Veränderungen – nicht selten unter erheblichen persönlichen Risiken.
Judith Raupp schildert insbesondere den gesellschaftlichen Wandel, der von jungen Frauen vorangetrieben wird. Zwar prägen traditionelle Familienstrukturen weiterhin den Alltag, doch zunehmend arbeiten Frauen außerhalb der Familie, entscheiden selbstbewusster über ihr Leben und fordern Mitsprache ein. Zugleich bleibt die Familie das wichtigste soziale Netz, weil staatliche Unterstützung bei Krankheit und Arbeitslosigkeit weitgehend fehlt. Der Vortrag wird zeigen, mit welcher Beharrlichkeit die Menschen versuchen, ihre Zukunft selbst zu gestalten.
Der darauf folgende Veranstaltungstermin ist am 25. November 2026.
Ort der Veranstaltung:
Baseler Hof, Esplanade 11, 20354 Hamburg
Ablauf:
Der Vortrag beginnt um 18 Uhr. Im Anschluss an Vortrag und Diskussion findet ab ca. 19.45 Uhr ein gemeinsames Essen statt.
Anmeldung:
Wenn Sie sich für eine Teilnahme an einer Veranstaltung interessieren, melden Sie sich gerne als Gast unter der folgenden E-Mail an: tom.pause@focus-africa.de.
Die Teilnahme ist für Nicht-Mitglieder nur nach einer bestätigten Anmeldung möglich.